Ausgabe Januar 2000

Holzmann zum Beispiel: Autoritäre Tendenzen der Neuen Mitte

 

Was ein Regierungschef doch alles bewirken kann! Da rettet der Kanzler den Beschäftigten der Holzmann AG „ihren“ Konzern. Und Mitgliedern wie Delegierten seiner Partei ein Stück sozialdemokratischer Identität. Die einen danken es mit „Gerhard, Gerhard“-Rufen, die anderen mit einem „Traumergebnis“ bei der Wiederwahl zum Parteivorsitzenden. Ein, wie es so schön heißt, Vertrauensbeweis. So einfach geht das also mit der Wiederentdeckung der Politik. Wirklich? Oder will es nur jetzt – es weihnachtet sehr – keiner mehr so genau wissen, was da wie gerettet wird und was übern Deich geht? (So wie es bei der Holzmann AG offenbar lange Zeit einige Leute nicht so genau wissen oder nehmen wollten.) Wenn das Schule macht, dann lohnt es sich, mal ein bißchen genauer hinzusehen. – Richard Herzinger stellt eine Erfolgsmethode in ihren politischen Zusammenhang: vom „Bündnis für Arbeit“ bis zu hin zu den Hurra-Pragmatisten der nachwachsenden SPDGeneration. Hermannus Pfeiffer und Werner Rügemer schildern ökonomische (und soziale) Strukturprobleme, die der Schröder-Coup vernebelt. – D. Red.

Da war Gerhard Schröder endlich wieder in seinem Element: Als Retter in letzter Minute, der den von Arbeitslosigkeit bedrohten Holzmann-Arbeitern persönlich zu Hilfe eilte, schlug er zwei Fliegen mit einer Klappe.

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