Atomausstieg, Ökosteuer und die Preisentwicklung auf den Weltrohölmärkten haben in jüngster Zeit nicht nur an den Börsen den Blick auf die energetischen Alternativen gelenkt.[1] Um die Abhängigkeit von den Ölförderländern zu verringern und das Klima zu schützen, sei der Einsatz regenerativer Energieträger (REG) voranzutreiben, heißt es länderübergreifend. Doch wie wird der notwendige Transformationsprozess von den europäischen Ländern jeweils bewältigt? Gängigstes Erklärungsmuster für die unterschiedlichen Methoden und Ergebnisse sind die natürlichen Voraussetzungen. Und in der Tat: im REG-Ranking der EU-Kommission sind jene Staaten, in denen bestimmende Faktoren der Wasserkraftnutzung (Wassermenge, Gleichmäßigkeit ihrer Verfügbarkeit, nutzbare Fallhöhe des Wassers) besonders günstig sind, im vorderen Bereich platziert. Österreich ist europäischer Spitzenreiter mit einem REG-Anteil am Bruttoelektrizitätsverbrauch von 72,7%. Es folgen Schweden mit 49,1, Portugal mit 38,5 und Finnland mit 24,7%. Große Wasserkraftanlagen mit einer Leistungsfähigkeit von mehr als zehn Megawatt tragen in diesen Ländern ebenso wie in Spanien (19,9), Italien (16,0), Frankreich (15,0) und Griechenland (8,6) hauptsächlich zum vergleichsweise hohen Prozentsatz sauberer Energie bei.
In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.