2.1. - N a h e r O s t e n. Der israelische Regierungschef Barak, der sich im Februar des Jahres zur Wiederwahl stellt, warnt vor der Gefahr eines Krieges in der Region. Israel müsse sich auf eine solche Situation vorbereiten. - Am 4.1. unterrichtet Palästinenserpräsident Arafat in Kairo die Außenminister der Arabischen Liga über seine vorausgegangenen Gespräche in Washington. ln Presseberichten heißt es, Arafat habe gegenüber Präsident Clinton die amerikanischen Vorschläge vom Dezember v.J. mit Vorbehalten akzeptiert (vgl. "Blätter", 2/2001, S. 132) und verstärkte Bemühungen um ein Ende der Gewalt in den von Israel besetzten Gebieten zugesagt. Der ägyptische Außenminister Mussa formuliert zwei unabdingbare Forderungen der arabischen Seite für eine Friedensregelung: volle Souveränität für die Palästinenser über den Moscheen-Bezirk von al-Aksa in Jerusalem und Rückkehrrecht für die Palästinaflüchtlinge. Arafat äußert die Hoffnung auf ein Friedensabkommen noch vor dem Ende der Amtszeit Clintons. - Am 8.1. informiert ein Sprecher der Palästinenser über ein ergebnisloses Treffen von Sicherheitsexperten Israels, der Palästinenser, der USA und Ägyptens in Kairo.
In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.