Ausgabe Mai 2002

Chronik des Monats März 2002

3.3. - S c h w e i z. Eine von der Regierung (Bundesrat) eingebrachte Vorlage über den Beitritt der Schweiz zu den Vereinten Nationen findet in einem Eidgenössischen Referendum die vorgeschriebene Mehrheit. Bei einer Stimmbeteiligung von 57,6% fällt die Zustimmung von 54,6% deutlich aus. Das "Ständemehr", eine Mehrheit der Kantone, ist dagegen bei einem Verhältnis von zwölf gegen elf äußerst knapp.

4.3. - J u g o s l a w i e n. Nach mehrmonatigen Verhandlungen und mehreren ergebnislosen Wahlgängen bestimmt das Parlament des Kosovo Ibrahim Rugova zum Präsidenten der zu Jugoslawien gehörenden Provinz. Rugovas Partei, die Demokratische Liga Kosovos (LDK), war aus den Wahlen vom November v.J. als stärkste Kraft hervorgegangen (vgl. "Blätter", 1/2002, S. 6). Die Demokratische Partei (PDK) stellt mit Bajram Rexhepi den Ministerpräsidenten. Die Kabinettsbildung findet unter Vermittlung und Aufsicht der UN-Übergangsverwaltung (UNMIK) statt, die unter Leitung des deutschen Diplomaten Michael Steiner steht. - Am 14.3. werden in Belgrad Pläne für die staatliche Neuordnung der "Bundesrepublik Jugoslawien" vorgelegt. Über die weitere Zukunft des neuen Staatenbundes "Serbien und Montenegro" soll in drei Jahren entschieden werden, falls gewünscht, in einem Referendum.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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