Ausgabe August 2008

Faire Gaspreise

Gas gilt manchen Energieexperten als eine umweltschonende Alternative zum Öl. Doch ungeachtet der zunehmenden globalen ökologischen Probleme beabsichtigen zahlreiche Gasanbieter just in diesem Sommer, ihre Preise um bis zu 19 Prozent zu erhöhen. Diese Preisankündigung verlängert die Kette kontinuierlicher Preissteigerungen, die bereits über ein Jahrzehnt anhält. Allein von 1996 bis zum ersten Halbjahr 2005 stieg der Gaspreis um 70 Prozent.

Zudem kam es im Jahr 2005 für Haushaltskunden zu weiteren Preissteigerungen um bis zu 30 Prozent. Diese fielen je nach Region und Anbieter sehr unterschiedlich aus und variierten bundesweit um bis zu 40 Prozent – dies zeigt, dass hier ein erhebliches Preissenkungspotential besteht. Vergegenwärtigen wir uns, dass 50 Prozent der Haushaltskunden in der Bundesrepublik mit Erdgas heizen, wird die sozialpolitische und energiewirtschaftliche Dimension dieser Entwicklung deutlich.

Das Erdgas-Oligopol

Bleibt der Ölpreis hoch, erscheint für das laufende Jahr ein weiterer Anstieg des Gaspreises möglich. Hintergrund ist die Kopplung des Gas- an den Ölpreis. Daher haben Politikerinnen und Politiker aus allen im Bundestag vertretenen Parteien jüngst gefordert, beide Preisbildungen voneinander zu trennen. Trotz dieser ungewöhnlich großen Koalition bleibt berechtigter Zweifel, ob dieser Schritt richtig ist.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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