Ausgabe August 1998

Chronik des Monats Juni 1998

2.6. - A b r ü s t u n g. Die Genfer Abrüstungskonferenz befaßt sich auf einer Sondersitzung mit den von Indien und Pakistan im Vormonat unternommenen Atomversuchen (vgl. "Blätter", 7/1998, S. 774 f.) und zeigt sich in einer von 46 Staaten unterstützten Erklärung "alarmiert und äußerst besorgt". - Am 4.6. erörtern die Außenminister der Atommächte China, Frankreich, Großbritannien, Rußland und USA, die gleichzeitig ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrates sind, in Genf die Konsequenzen der indisch-pakistanischen Versuche. In einem gemeinsamen Kommuniqué betonen die fünf Staaten ihre Verantwortung für den Weltfrieden und die internationale Sicherheit. Indien und Pakistan werden aufgefordert, auf weitere Versuche zu verzichten und das Testen von Trägerraketen sowie die Herstellung von weiterem spaltbarem Material zu unterlassen. - Am 6.6. verurteilt ("condemns") der UN-Sicherheitsrat in New York die indisch-pakistanischen Tests. In einer einstimmig angenommenen Resolution (Text in "Blätter", 7/1998, S. 892 f.) heißt es, "daß gemäß dem Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen weder Indien noch Pakistan den Status eines Kernwaffenstaates haben können". Die Feststellungen der Resolution werden in Dehli und Islamabad zurückgewiesen.

August 1998

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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