2.6. - A b r ü s t u n g. Die Genfer Abrüstungskonferenz befaßt sich auf einer Sondersitzung mit den von Indien und Pakistan im Vormonat unternommenen Atomversuchen (vgl. "Blätter", 7/1998, S. 774 f.) und zeigt sich in einer von 46 Staaten unterstützten Erklärung "alarmiert und äußerst besorgt". - Am 4.6. erörtern die Außenminister der Atommächte China, Frankreich, Großbritannien, Rußland und USA, die gleichzeitig ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrates sind, in Genf die Konsequenzen der indisch-pakistanischen Versuche. In einem gemeinsamen Kommuniqué betonen die fünf Staaten ihre Verantwortung für den Weltfrieden und die internationale Sicherheit. Indien und Pakistan werden aufgefordert, auf weitere Versuche zu verzichten und das Testen von Trägerraketen sowie die Herstellung von weiterem spaltbarem Material zu unterlassen. - Am 6.6. verurteilt ("condemns") der UN-Sicherheitsrat in New York die indisch-pakistanischen Tests. In einer einstimmig angenommenen Resolution (Text in "Blätter", 7/1998, S. 892 f.) heißt es, "daß gemäß dem Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen weder Indien noch Pakistan den Status eines Kernwaffenstaates haben können". Die Feststellungen der Resolution werden in Dehli und Islamabad zurückgewiesen.
In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.