Ausgabe August 2002

Johannes Weidenheim

Am 8. Juni 2002 starb in Bonn der Schriftsteller und langjährige "Blätter"-Kollege Johannes Weidenheim. Geboren am 25. April 1918 im heutigen Backa Topola (Wojwodina/Serbien) - damals Österreich Ungarn, dann jugoslawisch, 1941 noch einmal ungarisch besetzt und seit Kriegsende zu Jugoslawien bzw. Serbien gehörig -, wuchs er als Angehöriger der "donauschwäbischen" Minderheit in der Batschka dreisprachig auf. Die Erfahrung des Mit- und Gegeneinanders der mittel- und südosteuropäischen Völkerschaften im balkanischen Mikrokosmos und dessen Zerstörung prägten sein literarisches Werk. Der Hitlerkrieg machte Weidenheim (mit bürgerlichem Namen Ladislaus Jakob Johannes Schmidt) zum Soldaten, zunächst in jugoslawischer, nach der Besetzung seiner Heimat in deutscher Uniform, und schließlich heimatlos.

In den Nachkriegsjahren reüssierte er in Österreich, der Bundesrepublik und der DDR mit Romanen und Erzählungen, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Er selbst übertrug zahlreiche Autoren, darunter Ivo Andric, aus dem Serbokroatischen ins Deutsche. 1974 erhielt er in Belgrad den Übersetzerpreis des serbischen PEN-Zentrums. - Der Redaktion dieser Zeitschrift gehörte Johannes Weidenheim zwischen 1961 und 1979 an.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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