Ausgabe Mai 2004

Osterspaziergang im Krisengebiet

Iris Berben, deutsche Schauspielerin und bestens bekannt aus zahlreichen Rollen in Film und Fernsehen, in denen sie meist für emotionale Ordnung sorgt, hat eine Wohnung und einen Mann in Haifa, weswegen sie seit über 30 Jahren regelmäßig ins "Heilige Land" reist. In einer zweiteilige Dokumentation "Und jetzt, Israel?", die im Osterprogramm des ZDF gesendet wurde, wollte sie Eindrücke aus der Nähe über dieses Land vermitteln. Doch sehen wir jetzt, "mit dem Zweiten", tatsächlich besser?

Iris Berben hat viele interessante Menschen dort kennengelernt und stellt sie uns vor. Den Hirnforscher, der glaubt, dass das menschliche Gehirn sich so schnell ändert, dass vielleicht von daher auch die Lage im Nahen Osten sich ändern könnte, den Rocksänger, der bei der Ermordung des israelischen Ministerpräsidenten Jitzak Rabin dabei war, die Künstlerin, die keine "Glücksfabrik" sein will, den Busunternehmer, der durch Terrorakte zerstörte Busse untersucht, die Mutter, die ihr Kind jeden Tag zu Fuß zur Schule bringt, weil alle anderen Verkehrsmittel zu gefährlich sind, den Friedensnobelpreisträger Shimon Peres, mit dem zu reden "wie ein gutes Buch lesen" sei, den Friseur, den Rockkonzertveranstalter, den Wasserbauingenieur, den Vogel- und den Kamelwissenschaftler.

Wahrscheinlich gibt es in jedem Land ebenso viele ebenso interessante Interviewpartner.

Sie haben etwa 35% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 65% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo