Ausgabe Juli 2007

Standort-TV

Wer längere Zeit im außereuropäischen Ausland verweilt, dem bietet sich das Fernsehprogramm der „Deutschen Welle“ (DWTV) als eine Art Brücke zur Heimat an. Der Sender vermittelt Nachrichten aus der deutschen Politik und Gesellschaft wohl hauptsächlich an deutsche Reisende, ist aber auch eine Art Visitenkarte der Bundesrepublik, die sich hier sogar als Repräsentantin Europas aufspielt (Slogan: „aus der Mitte Europas“).

Manchmal hat man allerdings Probleme, die Botschaft überhaupt zu verstehen. Anscheinend gibt es andauernde technische Probleme bei der Einspeisung des Programms, jedenfalls im arabischen Raum, aus dem die folgenden Erfahrungen stammen: Ein Drittel der Zeit etwa läuft DW-TV ganz ohne Ton, und das kann nicht an der Empfangsanlage über Satellit liegen, denn manchmal kommen nur Teile des Soundtracks durch, die Hintergrundmusik etwa, nicht aber der Kommentar, oder im Magazin ist alles perfekt, nur wenn die Moderatorin im Studio spricht, hört man sie nicht. Kaum zu glauben: Sollten da ein paar Dilettanten am Mischpult sitzen?

Das Programm ist mit hiesigen Sendern kaum zu vergleichen, schon in der zeitlichen Struktur: Es ist rigide in Halbstundenportionen eingeteilt und wird den Tag über in drei Sprachen gesendet: Deutsch, Englisch und Arabisch. Keine Sendung darf also kürzer oder länger sein.

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