Ausgabe Januar 2010

Das Ende Nubiens?

Eine Grenzregion zwischen Umsiedlung und Arabisierung

Während sich die Weltöffentlichkeit mit der mörderischen Politik der sudanesischen Regierung in Darfur stillschweigend abgefunden zu haben scheint, könnten im nördlichen Sudan ähnliche Entwicklungen in Gang gesetzt werden – nämlich in der Region, die unter dem Namen Nubien bekannt ist und die von einer nichtarabischen Minderheit, den Nubiern, bewohnt wird.

Die geographische Bezeichnung „Nubien“ wurde historisch immer wieder unterschiedlich verwendet. Im Wesentlichen bezeichnete sie in der Antike die Regionen südlich des ersten Nil-Kataraktes, wobei es sich dabei um die Sicht Ägyptens bzw. seit der Eingliederung Ägyptens in die hellenistischen und später römischen Herrschaftsbereiche um eine mediterrane Sicht auf die Region südlich des historischen Ägyptens handelte. Obwohl es Phasen gemeinsamer politischer Herrschaft und nubische Dynastien in Ägypten gab, bildete Nubien aus ägyptischer Sicht die Region südlich der eigenen Grenzen. Während die Nordgrenze Nubiens mit dem ersten Katarakt bei Assuan relativ unumstritten ist, bleibt die Ausdehnung der als „Nubien“ bezeichneten Region nach Süden umstritten.

Die Frage der jeweiligen „historischen Grenzen“ Nubiens würde jedoch den Rahmen dieses Beitrags sprengen und lässt sich für vormoderne Herrschaftssysteme ohnehin kaum seriös beantworten.

Sie haben etwa 7% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 93% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo