Ausgabe September 2011

Von Westfalia zu Westfailure

Krise und Zukunft globaler Ordnungspolitik

Von der amerikanischen Historikerin Barbara Tuchman stammen die Kriterien, wonach eine Politik dann als „töricht“ zu bezeichnen sei, wenn sie zu ihrer Zeit als kontraproduktiv erkannt worden ist und wenn es zu ihrer Zeit eine praktikable Handlungsalternative gegeben hätte.[1] Legt man diese Maßstäbe an die zehn Jahre an, die seit den Anschlägen vom 11. September 2001 vergangen sind, dann zeichnen sich die Nullerjahre des 21. Jahrhunderts durch ein bemerkenswert hohes Maß an politischer „Torheit“ aus. Sicherheits- und ordnungspolitisch handelt es sich in vielerlei Hinsicht um ein „verlorenes“ Jahrzehnt, das die Weltpolitik nach den hoffnungsvolleren 1990er Jahren zurückgeworfen hat.

In Reaktion auf 9/11 wurden zwar enorme politische, militärische, technologische und finanzielle Ressourcen mobilisiert, vor allem in den USA, aber auch in Europa und in anderen Industrie- und Schwellenländern.

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