Ausgabe Juli 2015

Kurzgefasst

David Harvey: Katastrophenkapitalismus: Wachstum bis zum Untergang, S. 47-59

Seit Jahren befindet sich der Kapitalismus in einer tiefen Systemkrise: Ohne exponentielles Wachstum kann er nicht fortbestehen, doch neue, wachstumsfördernde Innovationen sind nicht in Sicht. Der Geograph und Globalisierungstheoretiker David Harvey sieht im immateriellen, digitalen Konsum ein letztes Aufbäumen des Kapitalismus. Doch dessen ökologische, soziale und ökonomische Widersprüche lassen sich nicht länger überspielen, das Ende des Kapitalismus ist nurmehr eine Frage der Zeit.

Oliver Eberl: Die Barbaren sind immer die Anderen, S. 60-68

Seit den grausamen Hinrichtungen durch den Islamischen Staat und den Anschlägen von Paris ist allerorten von Barbarei die Rede. Doch was ist damit konkret ausgesagt? Der Politologe Oliver Eberl zeichnet die Geschichte des Begriffs nach und stellt fest: Wenn etwas als barbarisch bezeichnet wird, dient das in erster Linie der Abwertung des jeweils „Anderen“ – mit teils verheerenden Folgen. Jenseits dessen aber entbehre der Begriff jeglichen Erkenntnisgewinns. Wir sollten uns daher endlich von ihm verabschieden.

Erhard Eppler: Demütigung als Gefahr. Russland und die Lehren der deutschen Geschichte, S. 69-77

In der Ukrainekrise scheinen die Rollen für den Westen klar verteilt: Ein säbelrasselnder Putin hindert die Demokraten aus Kiew daran, ihr Land zu regieren.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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