Ausgabe April 2026

AfD im Ländle: Die Strategie der Selbstverharmlosung

Die AfD-Bundestagsabgeordnete Diana Zimmer bei einer Wahlkampfveranstaltung in Pforzheim, 13.2.2026 (IMAGO / Arnulf Hettrich)

Bild: Die AfD-Bundestagsabgeordnete Diana Zimmer bei einer Wahlkampfveranstaltung in Pforzheim, 13.2.2026 (IMAGO / Arnulf Hettrich)

Unser Pforzheim ist ein politisch wacher Wahlkreis«, schwärmte die 27-jährige AfD-Bundestagsabgeordnete Diana Zimmer von ihrer Heimatstadt im Nordschwarzwald.1 Tausende Interessierte besuchten am 13. Februar 2026 das CongressCentrum, um Alice Weidel und Markus Frohnmaier, den AfD-Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten, live zu erleben.

Stolz fügte Zimmer, Wahlkampfmanagerin der Landespartei, auf der Bühne hinzu: »Pforzheim ist eine AfD-Hochburg!« In der Tat: Bei der Landtagswahl konnte die rechtsextreme Partei dort mit 26,4 Prozent die meisten Zweitstimmen für sich verbuchen (CDU: 25,9 Prozent). Im Stadtteil Buckenberg, wo viele Russlanddeutsche leben, sogar 56,4 Prozent. Auch Diana Zimmer ist Tochter russlanddeutscher Eltern.

Viele sehen in der AfD offenbar, wie Zimmer in der Halle erklärte, die »einzige Alternative« und »letzte Chance für unser Land«. Zwar verpasste Alexsei Zimmer, ihr älterer Bruder, mit 26,8 Prozent der Erststimmen das Direktmandat in Pforzheim (das holte die CDU mit 31 Prozent), doch letztendlich zog er über die Landesliste in das Parlament ein. Das einzige AfD-Direktmandat holte Bernhard Pepperl in Mannheim I. Hier konnte die AfD mit 22,3 Prozent das Kopf-an-Kopf-Rennen mit CDU, 21,7 Prozent, und Grünen, 21,6 Prozent, für sich entscheiden. Bereits 2016 hatten die extrem Rechten das Direktmandat in Mannheim I gewinnen können.

»Blätter«-Ausgabe 4/2026

Sie haben etwa 8% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 92% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (2.00€)
Digitalausgabe kaufen (12.00€)
Druckausgabe kaufen (12.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema