Kurzgefasst | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Kurzgefasst

von Blätter Verlag

Arundhati Roy: Kapitalismus: Eine Gespenstergeschichte

Die hundert reichsten Inder verfügen über ein Vermögen im Umfang von einem Viertel des indischen Bruttoinlandsprodukts. Die politische und wirtschaftliche Macht konzentriert sich auf wenige Großfamilien, denen riesige Firmenimperien gehören. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy analysiert in ihrem Beitrag die Auswüchse des Kapitalismus in ihrem Heimatland. Sie enttarnt das Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Armee, die mit aller Gewalt gegen die Armen und Entrechteten vorgehen.

Andreas Fischer-Lescano und Kolja Möller: Die globale soziale Frage

Während die Euro-Krise fast jede andere Nachricht verdrängt, treiben weltweite Hungersnöte tausende Flüchtlinge in Richtung des europäischen Festlandes. Die Rechtswissenschaftler Andreas Fischer-Lescano und Kolja Möller untersuchen den hegemonialen Diskurs über Menschenrechte und transnationale Konflikte. Der neoliberalen Wettbewerbslogik der EU halten sie die Forderung nach globalen sozialen Rechten entgegen.

Barbara Unmüßig, Wolfgang Sachs und Thomas Fatheuer:
Green Economy: Der Ausverkauf der Natur?

Der Begriff der nachhaltigen Entwicklung wurde zur Visitenkarte der UN-Konferenz in Rio de Janeiro im Jahr 1992. 20 Jahre später ist von nachhaltiger Entwicklung nicht mehr die Rede, stattdessen steht die Grüne Ökonomie auf der Agenda. Die Sozialwissenschaftler Barbara Unmüßig, Wolfgang Sachs und Thomas Fatheuer diskutieren die mit diesem Paradigmenwechsel verbundenen Risiken und warnen vor den Gefahren einer zunehmenden Kapitalisierung und Inwertsetzung der Natur.

Wolfgang Behringer: Olympia 2012: Die sportifizierte Gesellschaft

Olympische Spiele sind, mehr noch als Fußball-Welt- oder Europameisterschaften, immer auch ein Spiegel der gesellschaftlichen Lage. Anhand der Geschichte der Spiele untersucht der Kulturhistoriker Wolfgang Behringer die Rolle des Sports in der Gesellschaft. Seine These lautet: Mit dem Beginn der Moderne datiert auch der Beginn der Sportifizierung der Gesellschaft – ihre Durchdringung durch den Sport und seine Attribute.

Auf Libyen folgt Syrien? Schutzverantwortung und Friedenspflicht.
Mit Beiträgen von Lena Greiner, Lothar Brock und Nicole Deitelhoff

Die Eskalation des Bürgerkriegs in Syrien wirft immer stärker die Frage nach einer UN-Intervention auf. Dadurch geraten die Geschehnisse in Libyen vor einem Jahr erneut in den Blickpunkt. Die Journalistin Lena Greiner nimmt die letzten Tage vor der im März 2011 verabschiedeten Libyen-Resolution unter die Lupe und analysiert die Gründe der deutschen Enthaltung. Die Politikwissenschaftler Lothar Brock und Nicole Deitelhoff diskutieren das Rechtsprinzip der Responsibility to protect vor dem Hintergrund der Geschichte des Völkerrechts. Ihre Forderung geht dahin, Schutzverantwortung und Friedenspflicht zukünftig besser in Einklang zu bringen.

Hauke Ritz: Warum der Westen Russland braucht.
Die erstaunliche Wandlung des Zbigniew Brzezinski

Bereits unter Jimmy Carter Sicherheitsberater der US-Regierung, ist Zbigniew Brzezinski bis heute die graue Eminenz der US-Außenpolitik. Sein neues Buch „Strategic Vision“ bedeutet einen radikalen Bruch mit seinem bisherigen Denken. Hauke Ritz, Philosoph und Außenpolitikexperte, analysiert die Kehrtwende des Kalten Kriegers. Sein Fazit lautet: Für Brzezinski befinden sich die USA heute in der Lage der UdSSR der 80er Jahre.

Thomas Moser: Angeklagt: Die RAF – und der Staat.
Der Buback-Prozess und die Rolle des Geheimdienstes

Noch immer ist der Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seinen Begleitern aus dem Jahr 1977 ungelöst. Mit dem Prozess gegen Verena Becker fand nun zum ersten Mal seit Jahren wieder ein RAF-Prozess statt. Thomas Moser, Politikwissenschaftler und freier Journalist, deckt die Hintergründe dieses „Nicht-Prozesses“ auf. Dabei stößt er auf ein höchst zwielichtiges Verhältnis zwischen Becker und dem Verfassungsschutz.

Seyla Benhabib: Gleichheit und Differenz. Jüdische Identität im Spiegel der Moderne

Die Spannung zwischen den beiden Prinzipien – der Würde des Menschen und dem Souveränitätsanspruch der Völker – ist ein Grundkonflikt der politischen Moderne. Zahlreiche nicht zuletzt jüdische Denker – von Hannah Arendt bis Hans Kelsen – haben sich mit diesem Paradoxon auseinandergesetzt. Seyla Benhabib, Professorin für Politische Philosophie an der Yale University, untersucht den Widerspruch zwischen Gleichheit und Differenz anhand ihrer eigenen europäisch-jüdischen Identität.

(aus: »Blätter« 7/2012, Seite 33-34)

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