Ausgabe Oktober 2015

US-Wahlkampf: Das Spektakel der Schreihälse

Der Präsidentschaftswahlkampf in den USA hat noch nicht einmal richtig begonnen – und sorgt doch schon für große mediale Aufregung. Nur zur Erinnerung: Die eigentliche Wahl findet erst am 8. November 2016 statt und damit in über einem Jahr. Zum ersten Mal wird am 1. Februar nächsten Jahres in Iowa abgestimmt: Dann halten die beiden großen Parteien zur Vorauswahl ihrer Kandidaten örtliche Versammlungen ab. Am 20. Februar stehen in New Hampshire bundesstaatlich organisierte Vorwahlen an. Über Monate folgen dann Parteiversammlungen und Abstimmungen. Die Nominierungsparteitage sind im Juli 2016. Bis dahin sollte jede Partei durchaus einen Kandidaten haben – oder auch nicht.
In der Frühphase des Wahlkampfs kümmern sich für gewöhnlich vor allem Wissenschaftler, Journalisten und Politiker um die Bewerber – also ein kleines Segment der Öffentlichkeit. Der Rest des Landes wartet derweil den kommenden Sommer und Herbst ab. Diesmal läuft es jedoch ein wenig anders: Vier wirkliche und ein möglicher Kandidat fanden bislang landesweite Beachtung – und sorgen dabei für mitunter deftige Überraschungen. Allerdings sorgt das derzeitige Spektakel vor allem dafür, dass die entscheidenden Fragen außen vor bleiben.

Donald Trump:  brutal, lärmend, halbgebildet

Verantwortlich dafür ist vor allem Donald Trump, der brutale, lärmende, halbgebildete Erbe eines im New Yorker Baugeschäft angehäuften Vermögens.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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