Ausgabe Oktober 2015

US-Wahlkampf: Das Spektakel der Schreihälse

Der Präsidentschaftswahlkampf in den USA hat noch nicht einmal richtig begonnen – und sorgt doch schon für große mediale Aufregung. Nur zur Erinnerung: Die eigentliche Wahl findet erst am 8. November 2016 statt und damit in über einem Jahr. Zum ersten Mal wird am 1. Februar nächsten Jahres in Iowa abgestimmt: Dann halten die beiden großen Parteien zur Vorauswahl ihrer Kandidaten örtliche Versammlungen ab. Am 20. Februar stehen in New Hampshire bundesstaatlich organisierte Vorwahlen an. Über Monate folgen dann Parteiversammlungen und Abstimmungen. Die Nominierungsparteitage sind im Juli 2016. Bis dahin sollte jede Partei durchaus einen Kandidaten haben – oder auch nicht.
In der Frühphase des Wahlkampfs kümmern sich für gewöhnlich vor allem Wissenschaftler, Journalisten und Politiker um die Bewerber – also ein kleines Segment der Öffentlichkeit. Der Rest des Landes wartet derweil den kommenden Sommer und Herbst ab. Diesmal läuft es jedoch ein wenig anders: Vier wirkliche und ein möglicher Kandidat fanden bislang landesweite Beachtung – und sorgen dabei für mitunter deftige Überraschungen. Allerdings sorgt das derzeitige Spektakel vor allem dafür, dass die entscheidenden Fragen außen vor bleiben.

Donald Trump:  brutal, lärmend, halbgebildet

Verantwortlich dafür ist vor allem Donald Trump, der brutale, lärmende, halbgebildete Erbe eines im New Yorker Baugeschäft angehäuften Vermögens.

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Indonesien: Die Wut der Gen Z und ihr Kampf gegen die Eliten

von Markus Berg

Seit zwei Jahren ist Indonesiens Präsident Prabowo Subianto nun im Amt – der konservative Ex-General folgte im Oktober 2024 auf den beliebten einstigen Reformer Joko Widodo, kurz: Jokowi, der das Land zehn Jahre lang regiert hatte.

Führungsfetisch statt Bürgernähe

von Markus Linden

Der rasende Autoritäts- und Machtverlust, den die Union und der Bundeskanzler binnen nicht einmal zwei Jahren an der Regierung erlitten haben, erklärt sich nicht zuletzt durch Friedrich Merz’ Führungsstil. Merz setzt ganz auf cäsaristische Anweisung von oben.