Ausgabe Dezember 2025

Mit Überfluss aus der Krise?

Zum Strategiekonflikt der US-Demokraten

Eine lähmende Bürokratie führt laut Ezra Klein und Derek Thompson im reichen Kalifornien zu einem unnötigen Wohnungsmangel. Zu sehen ist ein Zelt vor der Skyline von Los Angeles, 27.1.2024 (IMAGO / Newscom World / Peter Bennett)

Bild: Eine lähmende Bürokratie führt laut Ezra Klein und Derek Thompson im reichen Kalifornien zu einem unnötigen Wohnungsmangel. Zu sehen ist ein Zelt vor der Skyline von Los Angeles, 27.1.2024 (IMAGO / Newscom World / Peter Bennett)

Die Wiederwahl Trumps war eine Absage an die Politik der Demokratischen Partei. Und auch in der Opposition schafften es die Demokraten lange kaum, Kapital aus der schnell zunehmenden Unzufriedenheit mit Trumps Regierungsführung zu schlagen und eine attraktive Alternative zu formulieren. Stattdessen blieben die Umfragewerte für die Demokratische Partei im Keller und ihr Führungspersonal schien von Schockstarre und Ratlosigkeit ergriffen.

Seit einigen Monaten ist aber wieder mehr Bewegung in der Partei und es wird eine lebhafte Strategiedebatte zwischen den unterschiedlichen Lagern geführt, wie die Partei am besten auszurichten sei. Ein wichtiger Auslöser für diese Debatte war das Buch „Abundance“ (Überfluss) der beiden bekannten Journalisten Ezra Klein und Derek Thompson, welches kürzlich in deutscher Übersetzung erschienen ist.[1] Die beiden „Liberalen im Sinne der US-amerikanischen Tradition“ wenden sich in dem Buch gegen die „Pathologien der breiteren Linken“, die zur Stagnation des sozialen und ökologischen Fortschritts beigetragen hätten. Insbesondere Umwelt- und Sozialvorschriften hätten eine überbordende Bürokratie geschaffen, die gerade in demokratisch regierten Bundesstaaten verhindere, dass erneuerbare Energien schnell genug ans Netz gebracht werden und mit Neubau die Wohnungsnot behoben werden kann.

Klein und Thompson richteten sich damit nicht gegen einzelne bürokratische Verrücktheiten.

»Blätter«-Ausgabe 12/2025

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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