Der Sieg Donald Trumps am 8. November 2016 kam für so gut wie jeden überraschend, auch für die Republikaner selbst und den heutigen Präsidenten höchstpersönlich. Er gelang ihm nur deshalb, weil er sich jeden Vorteil, den ihm das System – nicht zuletzt das Electoral College, das „Wahlmänner“-Gremium – gewährte, zunutze gemacht hatte – und weil die Demokraten mit ihrer Spitzenkandidatin Hillary Clinton kläglich versagten. Die bisherige Amtszeit Donald Trumps hat zu einer wachsenden Polarisierung der amerikanischen Politik geführt. Die republikanische Vormachtstellung führt zu massiven Rückschritten in vielen Bereichen, große gesellschaftliche Errungenschaften werden nach und nach abgewickelt. Dabei ist es völlig unerheblich, ob es sich um Gesundheits-, Umwelt- oder Sozialpolitik handelt, die Maxime ist klar: Alles, was den liberalen Geist der Obama-Regierung atmet, gilt als verdächtig und wird von Trump lieber gestern als morgen rückgängig gemacht. Doch weite Teile der Bevölkerung wollen das nicht einfach hinnehmen. Das Bündnis rechter und ultrarechter Strömungen, das in den Institutionen Einzug gehalten hat, stößt auf massenhafte Ablehnung, aus der eine immer größere Protestbewegung erwächst.
In der Dezember-Ausgabe ergründet Thomas Assheuer, was die völkische Rechte mit der Silicon-Valley-Elite verbindet, und erkennt in Ernst Jünger, einem Vordenker des historischen Faschismus, auch einen Stichwortgeber der Cyberlibertären. Ob in den USA, Russland, China oder Europa: Überall bilden Antifeminismus, Queerphobie und die selektive Geburtenförderung wichtige Bausteine faschistischer Biopolitik, argumentiert Christa Wichterich. Friederike Otto wiederum erläutert, warum wir trotz der schwachen Ergebnisse der UN-Klimakonferenz nicht in Ohnmacht verfallen dürfen und die Narrative des fossilistischen Kolonialismus herausfordern müssen. Hannes Einsporn warnt angesichts weltweit hoher Flüchtlingszahlen und immer restriktiverer Migrationspolitiken vor einem Kollaps des globalen Flüchtlingsschutzes. Und die Sozialwissenschaftler Tim Engartner und Daniel von Orloff zeigen mit Blick auf Großbritannien und die Schweiz, wie wir dem Bahndesaster entkommen könnten – nämlich mit einer gemeinwohlorientierten Bürgerbahn.