Der Sieg Donald Trumps am 8. November 2016 kam für so gut wie jeden überraschend, auch für die Republikaner selbst und den heutigen Präsidenten höchstpersönlich. Er gelang ihm nur deshalb, weil er sich jeden Vorteil, den ihm das System – nicht zuletzt das Electoral College, das „Wahlmänner“-Gremium – gewährte, zunutze gemacht hatte – und weil die Demokraten mit ihrer Spitzenkandidatin Hillary Clinton kläglich versagten. Die bisherige Amtszeit Donald Trumps hat zu einer wachsenden Polarisierung der amerikanischen Politik geführt. Die republikanische Vormachtstellung führt zu massiven Rückschritten in vielen Bereichen, große gesellschaftliche Errungenschaften werden nach und nach abgewickelt. Dabei ist es völlig unerheblich, ob es sich um Gesundheits-, Umwelt- oder Sozialpolitik handelt, die Maxime ist klar: Alles, was den liberalen Geist der Obama-Regierung atmet, gilt als verdächtig und wird von Trump lieber gestern als morgen rückgängig gemacht. Doch weite Teile der Bevölkerung wollen das nicht einfach hinnehmen. Das Bündnis rechter und ultrarechter Strömungen, das in den Institutionen Einzug gehalten hat, stößt auf massenhafte Ablehnung, aus der eine immer größere Protestbewegung erwächst.
Am 6. September, in gut sechs Wochen, findet die wohl wichtigste deutsche Wahl dieses Jahres statt, nämlich die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Seit Monaten liegt die AfD in allen Umfragen klar vorn, stets um die 40 Prozent, mit kaum mehr einholbarem Abstand vor der Union.