Kurzgefasst | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Kurzgefasst

Michael Paul: Brandherd Nordkorea: Donald Trump gegen Kim Jong-un, S. 41-51 

Auch wenn die Jerusalem-Krise die internationale Politik in Atem hält: Der wahrscheinlichste Brandherd der Welt liegt weiterhin im Fernen Osten. Der Politikwissenschaftler Michael Paul analysiert den Atom-Konflikt zwischen Nordkorea und den USA, seine Ursachen wie mögliche Lösungen. Noch bestehe die Chance, einer kriegerischen Eskalation durch Diplomatie zu begegnen. Das Zeitfenster dafür werde jedoch immer kleiner.  

Amy Goodman: Wir schweigen nicht! Donald Trump – der Krieg, das Klima und die Medien, S. 52-60

Seit er das Präsidentenamt innehat, diffamiert Donald Trump selbst seriöse Medien als „Fake News“. Doch obwohl sich diese zur Wehr setzen, bleiben sie in zwei elementaren Fragen regierungstreu: Krieg und Klimawandel. Die Journalistin und Gründerin von „Democracy Now!“ Amy Goodman verteidigt dagegen die zentrale Bedeutung unabhängiger Medien für die Demokratie: Ihre Kraft bestehe darin, jene für sich sprechen zu lassen, die in den großen privaten Medien nicht vorkommen, und so ihrem Kampf für eine lebenswerte und friedlichere Welt Gehör zu verschaffen.  

Rebecca Solnit: Die Geschichte des Schweigens oder: Wie das Patriarchat
uns mundtot macht, S. 61-70

Eine Stimme zu haben, ist überlebenswichtig. Doch nicht alle Stimmen haben gleich viel Gewicht. Die Schriftstellerin Rebecca Solnit erzählt die Geschichte des Patriarchats und der Gewalt gegen Frauen als eine Geschichte des Schweigens – der Frauen, aber auch der Männer. Um Freiheit und gleiche Rechte zu erlangen, gelte es, das Schweigen zu brechen und jenen zuzuhören, deren Stimmen bislang ungehört blieben. 

Nikola Müller: Ein langer, steiniger Weg: Der Kampf um das Frauenwahlrecht, S. 71-79

Grundlegende politische Rechte der Frauen, insbesondere das Wahlrecht, gelten vielen heute als selbstverständlich. Dabei war der Weg zur politischen Mitbestimmung von Frauen lang und hart. Die Historikerin Nikola Müller zeichnet diesen Kampf nach und zeigt auf, wie aktuell er noch immer ist. Nicht zuletzt die abnehmende Repräsentation von Frauen im Bundestag belegt, dass die Gleichberechtigung weiterhin unvollendet ist. 

Birgit Mahnkopf: 68 reloaded: Die Überflussgesellschaft und ihre Gegner,
S. 81-90

Wie im Jahr 1968 floriert auch heute die Konsumkritik. Doch wo die gegenwärtige Postwachstumsdebatte die Verantwortung des Individuums betont, kritisierte die damalige Studentenbewegung die strukturellen Ursachen von Verschwendung und Umweltzerstörung. Nicht nur deshalb sind die Anstöße der 68er bemerkenswert aktuell geblieben, so die Soziologin Birgit Mahnkopf. Speziell ihr Einsatz für die unteren Klassen bleibt beispielhaft.  

Evgeny Morozov: Silicon Valley oder die Zukunft des digitalen Kapitalismus, S. 93-104

Mit dem digitalen Kapitalismus drohen neue globale Monopole. Bis heute dominieren US-amerikanische Unternehmen wie Google und Apple die technologische Revolution – mit unabsehbaren Folgen. Der Publizist Evgeny Morozov warnt vor den ungeheuren Datenmengen, die das Silicon Valley mittlerweile besitzt. Damit stelle sich in fundamentaler Weise die Frage nach den digitalen Eigentumsverhältnissen und nach der erforderlichen gesellschaftlichen Kontrolle und Transparenz.  

Daniel Leisegang: Amazon Fresh oder: Die Schlacht um die Supermarkt-
kunden, S. 105-110

Der US-Konzern Amazon ist in den Lebensmittelhandel eingestiegen und könnte damit einen gewaltigen Umbruch in der gesamten Branche einleiten – ähnlich wie zuvor im Buchhandel. Sowohl die digitale als auch die analoge Einkaufswelt rüstet sich daher für die Schlacht um die Supermarktkunden, so „Blätter“-Redakteur Daniel Leisegang. Dabei ist längst nicht ausgemacht, wer diese am Ende gewinnen wird.  

Maximilian Pichl: Von Aufklärung keine Spur: 20 Jahre NSU-Komplex,
S. 111-120

Der NSU-Prozess neigt sich dem Ende entgegen. Doch noch immer werden viele Informationen ignoriert und notwendige politische Konsequenzen nicht gezogen. Der Politikwissenschaftler Maximilian Pichl beleuchtet speziell die verheerende Rolle des Verfassungsschutzes. Anstatt mit seinem V-Leute-System die rechtsextreme Szene zu kontrollieren, hat er sie gestärkt, die Aufklärung systematisch behindert und den Rassismus in den Sicherheitsbehörden unangetastet gelassen.

(aus: »Blätter« 1/2018, Seite 39-40)

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