»Der Aufruf geht weit über eine verständliche inhaltliche Protestnote hinaus« | Blätter für deutsche und internationale Politik

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»Der Aufruf geht weit über eine verständliche inhaltliche Protestnote hinaus«

Stellungnahme der Lektoren des LIT Verlags zur »Erklärung 2018« und zum »Aufruf Unterschriftenaktion«, 9.4.2018

Die ​U​nterzeichnung der ​"Erklärung 2018" durch den Gründer und Verleger des LIT Verlags hat für große Irritation gesorgt. Einige Autor_innen und Herausgeber_innen haben sich in einem Aufruf nicht nur inhaltlich vom Verleger Dr. ​W. Hopf distanziert, sondern auch die weitere Zusammenarbeit mit dem LIT Verlag in Frage gestellt.

Dazu möchten ​wir ​als langjährige Lektoren und Programmgestalter ​des Verlags Stellung nehmen.

1.​ ​​Als Lektoren ​bedauern wir diese Irritation und distanzieren uns von der "Erklärung 2018"​ und der Unterzeichnung durch den Verleger​. Sie wird in Geist, ​Inhalt ​​und Form ​von uns nicht mitgetragen.​ ​Die Unterzeichnung erfolgte ​ohne Konsultationen mit ​den ​Verlagsmitarbeitern​. Inzwischen ​wurde sie ​zurückgezogen​ (vgl. eigene Erklärung des LIT Verlegers vom 9.4.2017).

2. Der LIT Verlag vertrat und vertritt als Wissenschaftsverlag einen pluralistischen, multi-perspekti​v​ischen Ansatz als Basis seines Programms. Dies war, ist und bleibt Anspruch und Ausrichtung ​unserer multidisziplinären ​Verlagsarbeit. Gerade ​in seinen ​Arbeiten zu Migration und Studien zu bedrohten Minderheiten ​wird dies deutlich.

3. Ein Aufruf zur Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Verlag trifft ein inhaltliches Profil und eine Verlagsarbeit, die weit Differenzierteres bieten als Erklärungen von wenigen Zeilen. Ein Aufruf zur Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Verlag wird unserer jahrzehntelangen vertrauensvollen und konstruktiven Kooperation mit engagierten Wissenschaftler_innen aller Disziplinen nicht gerecht. ​Der Aufruf geht weit über eine verständliche inhaltliche Protestnote hinaus. Er hat Boykottcharakter, der mit dem Programm des Verlags nicht begründbar ist. Er t​rifft das falsche Programm und die falschen Mitarbeiter.

4. Für einen Protest gegen die "Erklärung 2018" gibt es inzwischen eine geeignete Plattform: http://antwort2018.hirnkost.de/

5. Wir möchten unsere Autor_innen und Herausgeber_innen ermutigen und auffordern, Ihre nachvollziehbare Reaktion zu überdenken und​ die bewährte Zusammenarbeit fortzusetzen. Für einen ​weiteren ​Austausch und Rückfragen ​stehen wir bereit.

Münster/Berlin, den 9. April 2018

Guido Bellmann
Veit ​D. ​Hopf
Dr. Michael J. Rainer
​Martin W. Richter

 

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