(Pseudonym: Coco Drillo)
Sie „war die einzige Intellektuelle, die die geistige Souveränität und Selbständigkeit - horribile dictu - der anderen deutschen Republik zu bezeugen schien". Aber damit nicht genug: „Im Grunde hat sie von Anfang an...zum Bleiben aufgefordert." Ja, sie hat es „wohl auch über Jahrzehnte hin und bis zum Schluß als wirklichen Auftrag empfunden: die DDR zu retten." - Und jetzt der Gipfel: „Pünktlich zum Ende des SED-Staates publiziert Christa Wolf nun eine Erzählung mit dem Titel ,Was bleibt'..." „So redet, wer sich mütterlich der Verwundungen der DDR-Gesellschaft annehmen möchte - die Rolle wohl, die sich Christa Wolf für die Zukunft vorgenommen hat."
„Dem Regime so oder so den Rücken gekehrt" oder, andersherum, „das System verteidigt" und den Flüchtlingen „Verwünschungen hinterhergerufen": „All dies hat Christa Wolf nicht getan. (Hinterhältigerweise?) Ihre Leidensmiene ließ viele Deutungen zu: Nie wußte man in den letzten Jahren, ob sie am Sozialismus, am drohenden Atomkrieg oder an der flächendeckenden Stasi-Überwachung litt...