In den vergangenen Jahren ist der Eindruck entstanden, daß es mit der Abrüstung stetig vorangeht und daß kaum noch etwas diese Entwicklung bremsen kann, zumindest nicht in Europa und im Verhältnis der beiden atomaren Supermächte. Gorbatschows Appell von 1986, alle Atomwaffen abzuschaffen, war der Auftakt zu einem drei, vier Jahre lang währenden Feuerwerk sowjetischer Abrüstungsinitiativen. Im Jahr darauf gelang es mit dem INF-Vertrag, eine ganze Klasse von Atomwaffen weltweit abzuschaffen. Und im November letzten Jahres haben 22 europäische Staatschefs den Wien I-Vertrag unterschrieben, der ganz Europa erstmals einem Regelwerk kontrollierter Begrenzungen für die konventionelle Rüstung unterwirft. So überholt dieser Vertrag in manchem Aspekt auch schon wieder sein mag: er stellt das erste umfassende Abrüstungsregime für den europäischen Kontinent dar, ein Fundament, auf dem weitere Abrüstung aufbauen kann.
In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.