Ausgabe April 1992

Beirut - wiedervereinigt

Im Dezember 1990, als die Welt gebannt auf die Ereignisse am Golf blickte, wurde in Beirut die "Green Line" abgebaut und die Teilung der Stadt aufgehoben. Im September/Oktober 1989 hatten in Taif in Saudi-Arabien 62 Mitglieder des libanesischen Parlaments, gewählt im Jahre 1972 und zu gleichen Teilen aus Muslimen und Christen bestehend, ein "Dokument der Nationalen Verständigung" erarbeitet. Der Hauptteil dieses Dokuments bestand aus verfassungsändernden Texten, die im September 1990 offiziell in die Verfassung aufgenommen wurden, einem "Fahrplan" zur Beendigung des Krieges und aus stabilisierenden Maßnahmen. Seit gut einem Jahr ist Beirut also "wiedervereint", kann man alle Teile der Stadt - bis auf die Palästinenserlager Burj al Barajne und Schatila - wieder frei betreten. Das wird auch getan, z.B. der Arbeit wegen.

Trotzdem gibt es immer noch Libanesen, die nicht zum Flughafen fahren, weil der Weg durch die südlichen Vorstädte führt. Oder denen man die Angst anmerkt, wenn sie es doch tun. Beirut im Jahre Eins der Wiedervereinigung bietet ein widersprüchliches Bild. Vor dem Krieg, also vor 1975/76, war die Stadt bei uns v.a. als Kulisse für zahllose Agentenkrimis bekannt.

April 1992

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Putins Kriegswirtschaft: Propaganda und Realität

von Michael R. Krätke

Zu den ständig wiederholten Propagandalügen des russischen Regimes gehört die Behauptung, Russlands Wirtschaft werde von den Sanktionen des Westens kaum berührt. Viele glauben das, weil die Ankündigung, die Sanktionen würden Russland in kürzester Zeit in die Knie zwingen, nicht eingetroffen ist.

Politik als Gewinnspiel: Wetten auf Krieg und Frieden

von Sonja Peteranderl

Über Monate hinweg beobachteten US-Geheimdienste jede Bewegung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Am 3. Januar gab US-Präsident Donald Trump schließlich grünes Licht für die »Operation Absolute Resolve«.

Libanon: Letzte Hoffnung Trump?

von Kristian Brakel

Seit Anfang März tobt im Libanon die x-te Auflage des jahrzehntealten Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah. Während die Weltöffentlichkeit gebannt verfolgt, wie Donald Trump die militärische Projektionskraft der USA am Golf verspielt, erregt der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah weit weniger Aufmerksamkeit.