Ausgabe Juli 2026

Transnistrien: Die Republik von Moskaus Gnaden

Militärparade am »Tag des Sieges« in Tiraspol, 9.5.2025 (IMAGO / SNA)

Bild: Militärparade am »Tag des Sieges« in Tiraspol, 9.5.2025 (IMAGO / SNA)

Auf Karten zum aktuellen Kriegsverlauf in der Ukraine, etwa des Open-Source-Projekts »DeepStateMap.Live«, ist ein dünner Streifen am rechten Rand der Republik Moldau an der Grenze zur Ukraine rot eingefärbt – so wie die von Russland besetzten Gebiete im Süden und Osten der Ukraine. Es handelt sich um den prorussischen De-facto-Staat Transnistrien. Der Name leitet sich von der rumänischen Formulierung für »jenseits des Dnisters« ab, des dortigen Flusses. Die Eigenbezeichnung Transnistriens lautet »Pridnestrowische Moldawische Republik« (PMR) oder kurz: »Pridnestrowie«. Ihre Hauptstadt ist Tiraspol.

Diese international nicht anerkannte Republik bereitet der Regierung Moldaus einiges Kopfzerbrechen. Das liegt nicht nur an den dort stationierten russischen Soldaten, sondern hängt auch mit dem angestrebten EU-Beitritt der südosteuropäischen ehemaligen Sowjetrepublik zusammen. Am 23. Juni 2022 hatte die Republik Moldau – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der russischen Aggression gegen ihr Nachbarland Ukraine – zeitgleich mit dieser den EU-Beitrittskandidatenstatus erhalten. Ende 2023 beschloss der Europäische Rat die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen, die im Juni 2024 offiziell eröffnet wurden. Im Einklang mit diesem Westkurs stimmte das Parlament in der Hauptstadt Chișinău Anfang April 2026 dafür, aus dem von Russland dominierten Staatenbündnis GUS auszutreten.

»Blätter«-Ausgabe 7/2026

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In der Juli-Ausgabe zeigt Jan Niklas Reiche auf, was die demokratischen Parteien bis zur Wahl in Sachsen-Anhalt noch tun müssen, um eine Machtübernahme der AfD zu verhindern. Thomas Assheuer seziert die essayistischen Elaborate von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und legt offen, worum es ihm im Kern geht: um deutsche Kunst im Dienst eines dezidiert antiliberalen Christentums. Klaus Lederer beschreibt, wie eine autoritäre Internationale gegen queere Menschen und die von ihnen erkämpften Rechte mobil macht. Jan Schlemermeyer plädiert für eine antifaschistische Sicherheitspolitik, die Demokratie als Kernanliegen begreift. Winfried Thaa erinnert an das Gründungsereignis der neuzeitlichen Demokratie – die Amerikanische Revolution und Verfassungsgebung vor 250 Jahren –, die heute durch Donald Trump ausgerechnet am Ort ihrer Entstehung zerstört zu werden droht. Stefan Messingschlager erläutert, was die bilaterale Stabilisierung zwischen Trump und Xi Jinping für Europa bedeutet. Paul Starzmann ergründet, wie weit Wladimir Putins Einfluss in Afrika tatsächlich reicht. Und Friederike Otto erklärt mit Jürgen Habermas, warum die Demokratie zur Bekämpfung der Klimakrise unabdingbar ist. 

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