Bild: Russlands Präsident Wladimir Putin, 14.7.2026 (IMAGO / Russian Look)
Immer stärker setzt die Ukraine mit ihren Drohnenangriffen Russland unter Druck. Die Folgen des von Moskau entfachten Krieges sind nun auch im russischen Alltag spürbar. Zugleich kommt die Invasionsarmee trotz beispielloser Verluste kaum voran. All das bringt Wladimir Putin in Bedrängnis – und könnte ihn zu einer weiteren Eskalation treiben.
Es sind schwierige Zeiten für den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die »militärische Spezialoperation«, die er 2022 gegen die Ukraine begonnen hat und die eigentlich nur wenige Tage dauern sollte, nämlich bis zur Einsetzung eines Marionettenregimes in Kyjiw, dauert nun schon länger als der Kampf der Sowjetunion gegen Nazideutschland und auch als der gesamte Erste Weltkrieg. Auf dem Schlachtfeld erzielen Putins Streitkräfte schon lange keine nennenswerten Fortschritte mehr; einige Daten deuten sogar darauf hin, dass die russischen Truppen im April und Mai dieses Jahres Gebiete verloren haben. Und die Geländegewinne, die die Russen erzielt haben, gingen mit enormen Kosten einher: Im Mai verwies Anna Keast-Butler, Direktorin des britischen Geheimdienstes Government Communications Headquarters (GCHQ), auf neue Erkenntnisse, wonach wahrscheinlich fast eine halbe Million Russen im Krieg gefallen sind; verschiedene westliche Quellen beziffern die Gesamtzahl der russischen Verluste auf deutlich über eine Million.