Ausgabe April 1992

Europa danach

Außen- und Sicherheitspolitik nach dem Zerfall der Sowjetunion und dem Wiederaufstieg Deutschlands

Die europäische Stimmungslage hat sich zwei Jahre nach dem „Völkerherbst von 1989" (Jacques Rupnik/Dominique Moisi) grundlegend gewandelt. Die Freude über das Ende der blockbewährten Teilung Europas ist verbreiteten Gefühlen der Verunsicherung und Überforderung gewichen. Bürgerkriege und zwischenstaatliche Konflikte in Osteuropa wie in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, vagabundierende Massenvernichtungswaffen und Rückfälle in autoritäre Herrschaftsformen - solche Szenarien erscheinen allemal zutreffender als die politoffizielle (Auto-)Suggestion einer kontrollierbaren wenn nicht gar kalkulierbaren Entwicklung.

Gerade die Komplexität der neuen Problemlagen hat uns veranlaßt, zehn Fragen herauszugreifen und bewußt zuzuspitzen. Als Beitrag zur — vorläufigen — Orientierung und in höchst unübersichtlichem Gelände und diffusen Debatten haben wir von namhaften in- und ausländischen Fachleuten „scharf konturierte" Antworten erbeten.

Nachstehend veröffentlichen wir Stellungnahmen von Ulrich Albrecht, Friedensforscher an der Freien Universität Berlin, Hans Arnold, Botschafter a. D.

April 1992

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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