Ausgabe April 1992

Europa danach

Außen- und Sicherheitspolitik nach dem Zerfall der Sowjetunion und dem Wiederaufstieg Deutschlands

Die europäische Stimmungslage hat sich zwei Jahre nach dem „Völkerherbst von 1989" (Jacques Rupnik/Dominique Moisi) grundlegend gewandelt. Die Freude über das Ende der blockbewährten Teilung Europas ist verbreiteten Gefühlen der Verunsicherung und Überforderung gewichen. Bürgerkriege und zwischenstaatliche Konflikte in Osteuropa wie in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, vagabundierende Massenvernichtungswaffen und Rückfälle in autoritäre Herrschaftsformen - solche Szenarien erscheinen allemal zutreffender als die politoffizielle (Auto-)Suggestion einer kontrollierbaren wenn nicht gar kalkulierbaren Entwicklung.

Gerade die Komplexität der neuen Problemlagen hat uns veranlaßt, zehn Fragen herauszugreifen und bewußt zuzuspitzen. Als Beitrag zur — vorläufigen — Orientierung und in höchst unübersichtlichem Gelände und diffusen Debatten haben wir von namhaften in- und ausländischen Fachleuten „scharf konturierte" Antworten erbeten.

Nachstehend veröffentlichen wir Stellungnahmen von Ulrich Albrecht, Friedensforscher an der Freien Universität Berlin, Hans Arnold, Botschafter a. D.

April 1992

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