Ausgabe August 1992

Hey, Hey, ho ho, Western Culture´s got to go!

Über Multikulturalismus und Political Correctness in den USA

Bevor ich zum eigentlichen Thema komme, möchte ich eine Erklärung vorausschicken, die allerdings geeignet ist, den Tenor der Kontroverse um „Multikulturalismus" (bzw. im pejorativen Sinne: „political correctness" [PC]) zu erläutern, ist sie doch PC-relevant und in diesem Sinne Ausweis meiner, wie ich hoffe, einwandfreien „politischen Korrektheit": Wenn ich in den folgenden Ausführungen von „Amerika" spreche, dann meine ich nicht den amerikanischen Kontinent als Ganzes und nicht die Kultur der „Native Americans" (die „politisch korrekt" eben nicht „Indianer" heißen) und/oder der Lateinamerikaner, sondern stets nur die 50 Staaten des politischen Gebildes „Vereinigte Staaten von Amerika". Schon das sprachliche Kürzel „Amerika" zeugt von einem mindestens impliziten Imperialismus der Sprache, einer Dominanz des nordamerikanischen, englischsprachigen Teils des Kontinents gegenüber dem südlichen, fast ausschließlich iberischen und durchgängig ärmeren Teil.

Wenn ich also von Amerika und Amerikanern spreche, sind US-Amerika und US-Amerikaner gemeint.

August 1992

Sie haben etwa 42% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 58% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2020

In der April-Ausgabe analysiert der Politikwissenschaftler Ulrich Menzel, wie die Corona-Krise die große Erzählung vom Segen der Globalisierung endgültig entzaubert. Der Ökonom Thomas Piketty widmet sich der Ideologie der Ungleichheit und zeigt: Das Aufstiegsversprechen westlicher Gesellschaften ist nicht länger tragfähig. Der Historiker Yoni Appelbaum erkennt im demographischen Wandel in den USA einen zentralen Treiber für den wachsenden Hass in der amerikanischen Gesellschaft. Der Migrationsforscher Mark Terkessidis geht den kolonialen Wurzeln des Rassismus auf den Grund. Und die Juristin und »Blätter«-Mitherausgeberin Rosemarie Will würdigt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidassistenz.

Zur Ausgabe Probeabo