Ausgabe August 1992

Chronik des Zeitgeschehens

Chronik vom 6. Juni bis 5. Juli 1992

6.-7.6. - N a h e r O s t e n. Die Außenminister Jordaniens, Libanons und Syriens sowie Vertreter der PLO beschließen in der jordanischen Hauptstadt Amman, vor weiteren bilateralen Gesprächen mit Israel das Ergebnis der bevorstehenden Wahlen zur Knesset (23.6.) abzuwarten.

Hauptaufsätze

Die Aufholjagd ruiniert die ganze Gesellschaft

Die Kluft, die den Osten vom Westen der neuen Bundesrepublik trennt, ist unübersehbar, und so bald wird sie nicht verschwinden. Die Ernüchterung über diesen Befund weicht inzwischen zunehmender Nervosität. Ein vergleichsweise alltäglicher politischer Vorgang wie die Etablierung einer ostdeutschen Vereinigung (vgl.

Bundeswehr out of area

Die "Häutung" der Bundesrepublik zu einer "normalen" Mittelmacht (? la Frankreich), die "souverän" auch über das Instrument Militär Macht in der internationalen Politik ausübt, ist der eigentliche Kern der innenpolitischen Debatte über eine "out of area"Rolle der Bundeswehr.

Nicht weniger, nur anders?

Ende der Geschichte, Ende der Politik, warum nicht auch Ende der Ökologie? Es ist journalistisch reizvoll und logisch fast immer zwingend, Verfalls- und Verwandlungsprozesse zu ihrem Ende hin zu denken.

Dokumente zum Zeitgeschehen

Kommentare

Das Perot-Syndrom

"Das Land hat ohne mich schon genügend Probleme", sagte Ross Perot, als er 1987 gefragt wurde, ob er Präsident werden wolle 1). An diesem Punkt ist er - nach mehreren Monaten Höhenflug als "inoffizieller" unabhängiger Präsidentschaftskandidat - wieder angelangt: Mitte Juli zog Perot seine nie erklärte Kandidatur zurück.

Wechsel in Israel

In Israels neuer Regierung gehören 14 der insgesamt 17 Minister (inklusive des Regierungschefs Jizhak Rabin) der Arbeiterpartei an. Die restlichen vier Plätze am Regierungstisch nehmen drei Vertreter des linksliberalen "Meretz"-Blocks und ein Repräsentant der sephardischen, orthodox-religiösen "Schass"-Fraktion ein.

Kompromiß-§ 218

Zuletzt war es richtig spannend geworden, hatte die Nation für einen Moment mit angehaltenem Atem verfolgt, ob denn genügend Stimmen für die sogenannte „Fristenregelung" zusammenkommen würden. Dabei war das Gesetzgebungs-Procedere in Wirklichkeit so langweilig wie die meisten anderen im Bundestag auch.

Postmoderne Toleranz

Das Telefon klingelt, eine Frau erzählt mir, daß sie von einer Frankfurter Kirchengemeinde eine Umfrage über Religion machen. Ich erkläre mich bereit und höre zu. "Angenommen, Sie treffen einen Mann in guter Position, erfolgreich, gesund, zufrieden, schönes Familienleben usw., der Atheist ist.

Lektüren & Lektionen

Medienkritik

Schaukämpfe (2)

Das wirkliche Leben als Salz in der Suppe der Fiktion. "Wir bewegen uns weg vom Serien-Kladderadatsch hin zur Wirklichkeit", sagt ausgerechnet der Moderator einer der neuen realitainment-Sendungen (Wortschöpfung diesmal von mir) des Kanals, der immer noch hauptsächlich mit Serien seine Werbeeinnahmen sichern muß.

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