Ausgabe Dezember 1993

Locker Lustig Lieb

Die neue Familienserie der ARD, von Radio Bremen fürs Vorabendprogramm produziert, scheint den Machern des Ersten sehr am Herzen zu liegen. Das Ergebnis ist die perfekt austarierte Mischung derzeit gängiger Einschaltquotenrenner: Zehnminuten-Alltagsprobleme im Ambiente strahlend-sorgenvoller Eltern und aufsässig-angepaßter Kids. Die Schefers sind gerade nach Bremen gezogen, und da ist für sie noch vieles neu - ein guter Vorwand für die Exposition der rundum sauberen Sache. Schon in der ersten Folge wird die Vielfalt der möglichen Probleme und Verwicklungen angedeutet. Der Vater repräsentiert ungebrochene Autorität, er ist Kapitän zur See bei der Bundesmarine, und das Team darf offensichtlich auf einem richtigen Zerstörer drehen.

Aber auch dorthin verfolgen ihn die Familienprobleme. Oma benutzt das Funktelefon zur Kommandobrücke, um vor grinsendem Bordpersonal Haushaltsgeld zu fordern. Sibylle Schefer möchte ihren Beruf als Lehrerin wiederaufnehmen, und die Versuche der Kinder, dies zu verhindern, weil sie auf dieselbe Schule gehen, bildet die Hauptintrige des Auftaktfilms. Auf ihr ursprünglich vorgesehenes eigenes Zimmer im Haus muß Sibylle auch zunächst verzichten: da sind weitere Konflikte vorprogrammiert.

Dezember 1993

Sie haben etwa 29% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 71% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Fortschrittsfalle KI

von Roberto Simanowski

Unbemerkt von den meisten verschiebt sich die Macht vom Menschen zur Maschine. Erste Studien bezeugen: Der Mensch wird dümmer durch KI. Je mehr er sie als Hilfsmittel nutzt, umso geringer seine kognitive Aktivität und schließlich seine Fähigkeit zum kritischen Denken.