Ausgabe Juli 1994

Um Europas Zukunft

Es geht um Europa. Gemeint ist dabei das Gebiet zwischen Atlantik und Ural, zwischen Eismeer und Mittelmeer, also wirklich Europa, und nicht nur der Teil, der sich angemaßt hat, Europa genannt zu werden. Und doch ist dieser Teil und seine Entwicklung für alles Weitere sehr wichtig, geht doch von ihm die Entscheidung über die weitere Entwicklung aus. Zuerst aber ist es notwendig, sich zu erinnern, wie und warum die Entwicklung bis heute so verlaufen ist. Mit anderen Worten: Wie kam es zur Europäischen Union? Zur Beantwortung dieser Frage legen wir die uns lieb gewordenen Scheuklappen ab, versprechen, nichts zu beschönigen und uns von jeder Propaganda, sei sie nun positiv oder negativ, fernzuhalten.

Entlang der Jalta-Grenzen

Spätestens 1946 war klar, daß die Anti-Hitler-Koalition in kurzer Zeit zerbrechen und entlang der Jalta-Grenzen der neue Konflikt aufbrechen würde. Beide Seiten im Kalten Krieg waren auf Sieg aus. Die Sowjetunion erhoffte nach erfolgreicher Machtübernahme in Osteuropa die Vormachtstellung in ganz Europa; die USA betrieben eine "Rollback"-Politik, um die Sowjetunion aus Europa zu verdrängen.

Juli 1994

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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