Ausgabe April 1997

Von Albanien nach Rumänien

Unruhen und Umbrüche in Südosteuropa

Innerhalb weniger Monate haben sich in gleich vier südosteuropäuschen Ländern Umbrüche ereignet oder vorbereitet, die es an Bedeutung mit der "samtenen Revolution" der Jahre 1989 bis 1992 aufnehmen können. Betroffen sind fast alle Länder, die sich gegen den politisch-geographischen Begriff vom "Balkan" nicht wehren können *): Jugoslawien (Serbien/Montenegro), Bulgarien, Rumänien und Albanien. Auf den ersten Blick verblüffen das zeitliche Zusammentreffen und manche Ähnlichkeit in den Zielen, sogar den Aktionsformen der Bewegungen. Alle vier Länder sind politisch von einem harten Gegensatz zwischen "roten" Ex-Kommunisten und "blauen" Demokraten geprägt. Zu Jahresbeginn 1997 sah es so aus, als wenn der tägliche Protest in Belgrad und anderen serbischen Städten auf Bulgarien und dann auf Albanien übergegriffen hätte. Und umgekehrt verfuhr die serbische Opposition mit der Wahl von Zoran Djindjic zum Bürgermeister von Belgrad offenbar nach einem Drehbuch, das in Rumänien und Bulgarien geschrieben wurde: Dort stiegen die demokratischen Hauptstadtbürgermeister, Victor Ciorbea in Bukarest und Stefan Sofijanski in Sofia, nach wenigen Monaten im Amt zu Regierungschefs auf. Auf den zweiten Blick sind die Verhältnisse, die Gründe für den Umbruch und seine Formen und die Aussichten in allen vier Ländern sehr unterschiedlich.

April 1997

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