Ausgabe Dezember 1997

Siegt die Marktorthodoxie, stirbt die Demokratie

Überlegungen am Ende eines zwiespältigen Jahres

Am Ende des Jahres 1997 sieht manches anders aus als an seinem Beginn, nicht nur in Paris oder London, auch bei den gestern noch als leuchtende Vorbilder gefeierten Kleinen Tigern Asiens beispielsweise. Was dies für die unverändert zentrale Auseinandersetzung zwischen den Verfechtern der "Markttheologie" und denen einer demokratischen Zähmung der Marktkräfte bedeuten mag, hat Norman Birnbaum in einem großen Essay untersucht. Dieser erscheint in Kürze unter dem Titel "Democracy Is As Democrary Does" in der amerikanischen Zeitschrift "Salmagundi" (veröffentlicht am Skidwore College in Sarataga Springs, N.Y:). Die "Blätter" stellen Birnbaums Überlegungen in einer stark gekürzten deutschen Fassung in eigener Übersetzung vor. Norman Birnbaum lehrt am Law Center der Georgetown University in Washington, D.C. Wir freuen uns, bei dieser Gelegenheit vorankündigen zu können, daß dieser herausragende amerikanische Sozialwissenschaftler, der wie wenige auf beiden Seiten des Atlantik zuhause ist, die "Blätter" ab Januar 1998 als Mitherausgeber unterstützen wird. - D. Red.

Die wissenschaftliche Debatte über die gegenwärtigen Probleme der Demokratie spielt sich unter Historikern, Juristen, Philosophen, Volkswirtschaftlern und Politologen ab.

Dezember 1997

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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