Ausgabe Dezember 1997

Siegt die Marktorthodoxie, stirbt die Demokratie

Überlegungen am Ende eines zwiespältigen Jahres

Am Ende des Jahres 1997 sieht manches anders aus als an seinem Beginn, nicht nur in Paris oder London, auch bei den gestern noch als leuchtende Vorbilder gefeierten Kleinen Tigern Asiens beispielsweise. Was dies für die unverändert zentrale Auseinandersetzung zwischen den Verfechtern der "Markttheologie" und denen einer demokratischen Zähmung der Marktkräfte bedeuten mag, hat Norman Birnbaum in einem großen Essay untersucht. Dieser erscheint in Kürze unter dem Titel "Democracy Is As Democrary Does" in der amerikanischen Zeitschrift "Salmagundi" (veröffentlicht am Skidwore College in Sarataga Springs, N.Y:). Die "Blätter" stellen Birnbaums Überlegungen in einer stark gekürzten deutschen Fassung in eigener Übersetzung vor. Norman Birnbaum lehrt am Law Center der Georgetown University in Washington, D.C. Wir freuen uns, bei dieser Gelegenheit vorankündigen zu können, daß dieser herausragende amerikanische Sozialwissenschaftler, der wie wenige auf beiden Seiten des Atlantik zuhause ist, die "Blätter" ab Januar 1998 als Mitherausgeber unterstützen wird. - D. Red.

Die wissenschaftliche Debatte über die gegenwärtigen Probleme der Demokratie spielt sich unter Historikern, Juristen, Philosophen, Volkswirtschaftlern und Politologen ab.

Dezember 1997

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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