Ausgabe August 1999

Chronik des Monats Juni 1999

1.-2.6. - B a l k a n. Auf dem Petersberg bei Bonn setzen der amerikanische Vizeaußenminister Talbott, der russische Jugoslawien-Beauftragte Tschernomyrdin und der finnische Präsident Ahtisaari ihre Vermittlungsbemühungen zur Beilegung der Kosovo-Krise in vielstündigen Gesprächen fort (vgl. "Blätter", 7/1999, S. 772). Ahtisaari, der mit einem Mandat der Europäischen Union verhandelt, und Tschernomyrdin treten am 2.6. getrennt ihre mehrfach verschobene Reise nach Belgrad an, um dem jugoslawischen Präsidenten Milosevic einen modifizierten Friedensplan vorzulegen und zu erläutern. Die Führung Jugoslawiens und das Parlament Serbiens stimmen am 3.6. einer internationalen Präsenz im Kosovo zu bei gleichzeitigem Abzug des serbischen Militärs. Die Friedenstruppe soll aus Kontingenten der NATO und Rußlands bestehen, ein einheitliches Kommando haben und mit einem Mandat der Vereinten Nationen ausgestattet sein. Ahtisaari trifft am 3.6. in Köln erneut mit Talbott zusammen und unterrichtet den dort tagenden Europäischen Rat der Regierungschefs der Europäischen Union.

August 1999

Sie haben etwa 7% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 93% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo