1.7. - E U. Finnland übernimmt die Ratspräsidentschaft in der Europäischen Union für das zweite Halbjahr 1999. - Am 9.7. gibt der künftige Präsident der EU-Kommission, Romano Prodi (Italien), in Brüssel die Zusammensetzung seiner "Regierungsmannschaft" (20 Mitglieder, davon fünf Frauen) bekannt, die noch vom Europäischen Parlament bestätigt werden muß. Deutschland ist mit den beiden Kommissaren Günter Verheugen (SPD) und Michaele Schreyer (Grüne) vertreten. - Am 17.7. einigt sich die designierte Kommission unter Vorsitz von Prodi bei einem Treffen in der Nähe von Antwerpen auf einen Verhaltenskodex, um künftig Interessenskonflikte zu vermeiden. Die Kommissare müssen auf Nebentätigkeiten verzichten und ihre finanziellen Verhältnisse offenlegen. - Am 19.7. beschließen die EU-Außenminister in Brüssel, die gegen die Bundesrepublik Jugoslawien verhängten Sanktionen zu lockern. Flugverbindungen zwischen Westeuropa und Belgrad sollen wiederhergestellt und die gegenseitigen Sportkontakte wieder aufgenommen werden. - Am 20.7. konstituiert sich in Straßburg das Europäische Parlament, in dem die Europäische Volkspartei (EVP) nach den Wahlen vom 10. und 13. Juni d.J. mit 232 (1994: 201) Abgeordneten die stärkste Fraktion stellt. Die Sozialdemokratische Partei Europas (SPE) entsendet 180 (214) Abgeordnete.
In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.