Ausgabe Dezember 2000

Slowakische Übergänge

Die Slowakei durchläuft seit der Wende von 1989 und der Unabhängigkeit 1993 einen komplizierten gesellschaftlichen Umwandlungsprozess. Auch wenn sich die Situation infolge der Politik der seit 1998 amtierenden Anti-Meciar-Koalition den Verhältnissen in Ungarn, Tschechien und Polen zusehends annähert, unterscheidet sich die Transition deutlich von den Nachbarstaaten. Wesentliche Ursachen für die Besonderheiten des Übergangs sind schon in der realsozialistischen Ära angelegt. Erst vor diesem Hintergrund werden das Phänomen Vladimir Meciar und die beim Versuch zu dessen Überwindung entstehenden Probleme verständlich. Die Koalitionsregierung aus konservativen Christdemokraten bis hin zur gemäßigten Linken hat sich in den knapp zwei Jahren ihrer Amtszeit bei der Reorganisation der Wirtschaft ziemlich verschlissen.

Derzeit findet eine Aufsplittung des demokratischen Blocks statt. Eine neue Politikergeneration strebt zur Macht, die Politik als Medienereignis inszeniert und der die "Neue Ökonomie" ebenso wie Handy und Internet zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Ein geschwächter Meciar versucht die Widersprüche der jungen Demokratie auszunutzen. Voraussichtlich stehen 2001 vorzeitige Neuwahlen an.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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