Ausgabe März 2000

Montenegro und der Westen

Trotz Stabilitätspakt für Südosteuropa stehen die Zeichen auf Sturm. In Serbien hat Milosovic wieder einmal die Opposition und die Bevölkerung, im Bestreben ihn los zu werden, ermüdet. Nichts funktioniert mehr außer dem von der Clique Milosevics beherrschten und florierenden Schwarzhandel. In Bosnien-Herzegowina ist die Föderation zwischen Kroaten und Muslimen so theoretisch wie die Einheit eben dieser Föderation und der serbischen Republik Srpska. Im Kosovo unterlaufen die UÇK und deren Geldgeber die mühsamen Bemühungen von UNMIK und KFOR, funktionierende Zivilstrukturen zu entwickeln. Und zu allem Überfluß scheint Montenegro sich in nächster Zeit aus der Republik Jugoslawien verabschieden zu wollen. Verständlich ist der Wunsch Montenegros schon, sich aus der auf Absturz programmierten halsstarrigen serbischen Politik zu befreien. Zumal der Präsident von Montenegro, Milo Djukanovic, während des Kosovo-Krieges eindeutig auf der Seite der NATO stand und ihm Milosevic das nicht vergessen wird.

Immerhin erhielt Djukanovic dafür vom amerikanischen Außenministerium schon im März vergangenen Jahres noch während des Luftkrieges Schützenhilfe.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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