Ausgabe Oktober 2000

Pleiten pflastern ihren Weg

Als die Not der Generalkommissarin am höchsten war, kam Hilfe aus dem heimatlichen Hamburg. "Warum tut die Frau sich all das an?", säuselte das Sturmgeschütz der Demokratie am Hamburger Dovenfleet. "Sie ist 62 Jahre alt. Sie könnte längst im Garten ihrer Villa am feinen Hamburger Falkenstein Maiglöckchen züchten." Das schrieb der "Spiegel" Ende August, als die Expo-Pleite offenbar war, über Birgit Breuel, die der Hanseat Michael Jürgs, Ex-Chef des "Stern" in einem dicken Treuhand-Buch längst schon zur "Patriotin" ernannt hatte. War es ihr so vorbildlich gelungen, das Volksvermögen der DDR zu vernichten? Die Expo 2000 war ihre Idee. Aber die damaligen Verantwortlichen der End-DDR mit ihrem "Wir sind ein Volk"-Taumel sind nicht von schwerer Mitschuld freizusprechen. Ihre Stimme, die Stimme der DDR, entschied 1990, daß Hannover und nicht Toronto Schauplatz der Weltausstellung 2000 werde. Damals war Birgit Breuel noch Ministerin in Niedersachsen. Als sie bald darauf zusammen mit dem Kabinett Ernst Albrecht abgewählt wurde, hatte sie zum ersten Mal das Bundesland in Schwierigkeiten gebracht. Denn gelernt ist gelernt.

hr Vater war der Bankier Alwin Münchmeyer, eine der, laut "Hamburger Abendblatt", "markantesten Führungspersönlichkeiten und neben Hermann J.

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