Ausgabe Oktober 2000

Pleiten pflastern ihren Weg

Als die Not der Generalkommissarin am höchsten war, kam Hilfe aus dem heimatlichen Hamburg. "Warum tut die Frau sich all das an?", säuselte das Sturmgeschütz der Demokratie am Hamburger Dovenfleet. "Sie ist 62 Jahre alt. Sie könnte längst im Garten ihrer Villa am feinen Hamburger Falkenstein Maiglöckchen züchten." Das schrieb der "Spiegel" Ende August, als die Expo-Pleite offenbar war, über Birgit Breuel, die der Hanseat Michael Jürgs, Ex-Chef des "Stern" in einem dicken Treuhand-Buch längst schon zur "Patriotin" ernannt hatte. War es ihr so vorbildlich gelungen, das Volksvermögen der DDR zu vernichten? Die Expo 2000 war ihre Idee. Aber die damaligen Verantwortlichen der End-DDR mit ihrem "Wir sind ein Volk"-Taumel sind nicht von schwerer Mitschuld freizusprechen. Ihre Stimme, die Stimme der DDR, entschied 1990, daß Hannover und nicht Toronto Schauplatz der Weltausstellung 2000 werde. Damals war Birgit Breuel noch Ministerin in Niedersachsen. Als sie bald darauf zusammen mit dem Kabinett Ernst Albrecht abgewählt wurde, hatte sie zum ersten Mal das Bundesland in Schwierigkeiten gebracht. Denn gelernt ist gelernt.

hr Vater war der Bankier Alwin Münchmeyer, eine der, laut "Hamburger Abendblatt", "markantesten Führungspersönlichkeiten und neben Hermann J.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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