Ausgabe November 2001

Ehre, Amt und Arbeit

Das von der UN ausgerufene "Internationale Jahr der Freiwilligen" 2001 ist in Deutschland Anlass für zahlreiche wissenschaftliche, publizistische und politische Initiativen rund ums "Ehrenamt". Höchste gesetzgebende und Regierungsinstanzen beschäftigen sich mit dem Thema. Der Bundestag hat eine Enquete-Kommission "Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements" eingesetzt, nach deren Bericht im Frühjahr 2002 der Bundeskanzler eine Regierungserklärung abgeben will. Warum jetzt das große Interesse an Erscheinungen mit einer mindestens 200jährigen Geschichte? Die von ihren Ursprüngen her auf Freiwilligen-Arbeit basierenden Wohlfahrtsverbände, die Feuerwehren, das Vereinswesen und die politischen Parteien waren und sind typische Ausprägungen der bürgerlichen Gesellschaft und insofern nichts Neues.

Ehrenamt als sozialer Kitt für die auseinander driftende Gesellschaft

Dass von einer "Krise des Ehrenamts" die Rede ist, hat natürlich mit der krisenhaften Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft selbst zu tun. Der Übergang von der Industrie- zur Informationsgesellschaft produziert jede Menge Modernisierungsverlierer.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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