Ausgabe Oktober 2001

Lukaschenko zum zweiten

Im November 1996 hatte der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko durch ein umstrittenes Verfassungsreferendum seine Vollmachten erheblich ausgeweitet und seine Amtszeit um zwei Jahre bis zum Jahre 2001 verlängert. Das führte zum Ausschluß der innenpolitischen Opposition aus sämtlichen politischen Institutionen und isolierte das Land von Europa. Einer seit Anfang 1998 in Belarus tätigen Beratungs- und Beobachtungsgruppe der OSZE gelang es trotz vielversprechender Ansätze in den vergangenen Jahren nicht, über einen Dialog zwischen der Staatsführung und der marginalisierten Opposition einen Ausweg aus der Verfassungskrise und der internationalen Isolation zu finden. Nach den von der OSZE nicht als frei und fair anerkannten Parlamentswahlen des vergangenen Jahres galt die Hoffnung der europäischen Organisationen daher den Präsidentschaftswahlen am 9. September 2001 als einer weiteren Chance, die innenpolitische und internationale Situation des Landes zu verbessern.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juli 2020

In der Juli-Ausgabe beleuchten der Historiker Ibram X. Kendi und die Soziologin Keeanga-Yamahtta Taylor die lange Tradition rassistischer Gewalt in den USA – und zeigen Wege aus dem amerikanischen Albtraum auf. Der Soziologe Gary Younge und der Journalist Marvin Oppong richten den Blick auf den Rassismus und die Polizeigewalt in Europa. Der Journalist Michael Pollan legt die brutale Effizienz der Lebensmittelindustrie offen – die uns alle buchstäblich krank macht. Und »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert den steilen Aufstieg Markus Söders inmitten der Coronakrise - und dessen Chancen, nächster Bundeskanzler zu werden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema