Ausgabe September 2001

Chronik des Monats Juli 2001

2.7. - N a h e r O s t e n. Militärschläge Israels gegen Einrichtungen und Führungspersonen in den besetzten Gebieten sowie Selbstmordattentate von Palästinensern in Israel mit Toten und Verletzten führen zu einer weiteren Eskalation der Gewalt in der Region. Der UN-Sonderbeauftragte Roed Larsen erklärt besorgt: "Alles deutet daraufhin, daß die Waffenruhe wahrscheinlich nicht hält" (vgl. "Blätter", 8/2001, S. 900). Palästinenserpräsident Arafat bezeichnet die gezielte Liquidierung palästinensischer Kämpfer als grobe Verletzung des Waffenstillstandes, verlangt die Einberufung des UN-Sicherheitsrats und erneuert seine Forderung nach Stationierung internationaler Beobachter entlang der Grenze zwischen Israel und den Autonomiegebieten. - Am 4.7. äußert sich der scheidende US-Botschafter in Israel, Martin Indyk, gegenüber der Zeitung "Jerusalem Post" ebenfalls skeptisch: Arafat habe nie der Gewalt abgeschworen und Israel unterlaufe den Friedensprozeß durch das Festhalten an einer expansiven Siedlungspolitik. Eine umfassende politische Lösung halte er in absehbarer Zeit für ausgeschlossen, möglich sei ein Interimsabkommen, in dem die umstrittensten Themen wie der Status Ostjerusalems oder das Schicksal der palästinensischen Flüchtlinge zunächst ausgeklammert blieben.

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

Zur Ausgabe Probeabo