Ausgabe November 2002

Plädoyer für Multilateralismus

Die Angriffe des 11. September 2001 haben Veränderungen sichtbarer werden lassen, die bereits beim Ende des Kalten Krieges offensichtlich waren: Nicht nur Staaten, sondern auch nichtstaatliche Akteure, ja selbst einzelne Individuen sind in der Lage, die internationale Sicherheit zu gefährden; wir müssen uns mit neuen Themen, bzw. mit alten Themen auf neue Weise, auseinander setzen: Terrorismus, Proliferation von Massenvernichtungswaffen bis hin zu internationaler Kriminalität und Cyber-Angriffen.

Die USA sind seit längerem dabei, ihre Sicherheitspolitik an den neuen Bedrohungen zu orientieren. Offensichtlich wurde dieses beim Streben nach einer Raketenabwehr. Mit dem Ende des amerikanischen Mythos der Unverwundbarkeit am 11. September und im Gefolge des "Krieges" gegen den internationalen Terrorismus hat die Debatte in den USA, wie diesen neuen Bedrohungen entgegengetreten werden soll, an Fahrt gewonnen. Eine Antwort ist es, Abschreckungsfähigkeit auch gegen asymmetrische Angriffe herzustellen, eine andere, präemptiv militärisch einzugreifen, wenn Prävention, Abschreckung und Eindämmung nicht mehr greifen. Letzteres steht zum Beispiel hinter der Irak-Debatte.

Zugleich genügen auch im Verständnis der USA militärische Mittel nicht, Konflikte zu lösen So führte Präsident Bush in seiner Rede am 23. Mai d.J.

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In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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