Ausgabe Januar 2003

Die Zukunft des Elysee-Vertrags

Nicht nur in der Retrospektive, sondern schon zum damaligen Zeitpunkt bestand eine der herausragenden historischen Leistungen der Nachkriegszeit in der Überwindung des feindlichen Gegensatzes zwischen Deutschland und Frankreich, in der Umwandlung eines konfliktbeladenen Verhältnisses in eine konstruktive Zusammenarbeit.1 Die erfolgte Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich fand durch den Elysée-Vertrag gewissermaßen ihre symbolische Krönung, besiegelte also in feierlicher Form die deutsch-französische Partnerschaft.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Aussöhnung von ganz bestimmten Faktoren beeinflusst war. Erstens, ganz grundlegend, von neuen internationalen Rahmenbedingungen nach 1945: Die zukünftigen bilateralen Beziehungen standen unweigerlich im Schatten des bipolaren Systems der Weltmächte, welches das deutsch-französischeVerhältnis entschärfte, es in gewisser Hinsicht überlagerte. Vor dem Hintergrund des Ost-West-Konfliktes setzte sich allmählich das Konzept der Sicherheitspartnerschaft durch, ein Konzept der kooperativen Einbindung Deutschlands in den Westen, genauer: die Einbindung Westdeutschlands in den europäischen Integrationsprozess.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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