Ausgabe Mai 2004

Italiens akademische Supermärkte

Kein Gespenst geht mehr um in Europa ... sondern die harte Realität der Marktwirtschaft. Deren enge Konditionen machen auch vor den Toren der Alma Mater nicht Halt und lassen weder Zeit noch Raum für durchaus nötige Reformüberlegungen und Maßnahmen, die zum Ziel hätten, die europäischen Universitäten den tatsächlichen Erforderungen einer demokratischen Zukunft anzupassen.

In Italien waren die Universitäten bis 1968 einer bürgerlichen Oberschicht vorbehalten, erst seit den 70er Jahren haben sie sich durch Öffnung der Zulassungsbestimmungen breiteren Volksschichten geöffnet.

Die strengen Studienordnungen mit Vorlesungen, Anwesenheitspflicht und Prüfungen wurden aufgelockert, experimentelle Neuerungen wie Seminare hielten Einzug, die jedoch zumeist von Nachwuchskräften in prekären Arbeitsverhältnissen abgehalten wurden, da die Verbeamtung der Lehrenden nicht mit den rasch steigenden Studentenzahlen Schritt hielt.

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