Ausgabe April 2006

Gas-Gigant Russland

Garant der europäischen Energiesicherheit?

Seit 1. Januar hat Russland für ein Jahr den G-8-Vorsitz inne. „Zu den strategischen Aufgaben der G8“, so Präsident Wladimir Putin, gehöre „ganz zweifelsfrei der Aufbau eines zuverlässigen und allumfassenden Systems der Energiesicherheit.“ Für reiche wie arme Länder müsse eine zuverlässige Energieversorgung gesichert werden. Die Energiefrage werde deshalb im Mittelpunkt des russischen G8-Vorsitzes stehen.1

Ebenfalls am 1. Januar 2006 stellte der halbstaatliche russische Gasmonopolist Gasprom für drei Tage die Gaslieferungen an die Ukraine ein, nachdem Kiew einer Preiserhöhung von 50 auf 230 US-Dollar pro 1000 m3 Gas nicht nachgekommen war. Nach Anschlägen im Nordkaukasus wurden Georgien und Armenien am 22. Januar von der Energiezufuhr aus Russland abgeschnitten. Georgiens Präsident Michail Saakaschwili sprach daraufhin von russischer Sabotage und wies die Version von terroristischen Anschlägen zurück. Georgien solle auf diese Weise genötigt werden, seine Pipelines unter russische Kontrolle zu stellen.

Moskau zufolge geht es indes um die Modernisierung Russlands mit Hilfe der Gas-Milliarden. Ernsthafte Investitionen im Gassektor verlangten, so Gasprom- Manager Alexander Medwedew, den Unterhalt und Ausbau des Transportsystems.

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