Ausgabe August 2008

Magd des Marktes

Das Elterngeld und die neue Familienpolitik

Seit einiger Zeit wird in der Bundesrepublik eine lebhafte Diskussion über einen „neuen Feminismus“ geführt, in dessen Mittelpunkt die „Alphamädchen“ und die „neuen deutschen Mädchen“ stehen. Diesen „Alphamädchen“ selbst kommt dabei sicherlich das Verdienst zu, die Frage der Geschlechtergerechtigkeit wieder stärker in den Fokus einer Gesellschaft gebracht zu haben, die sich jüngst immer öfter weigert, eine Benachteiligung von Frauen – und zumal eine systematische – überhaupt erkennen zu wollen.

Dennoch hat die aktuelle Debatte auch eine Kehrseite. Denn Gegenstand der Aufmerksamkeit sind weniger die – bereits vom „alten Feminismus“ thematisierten – strukturellen, sozialen Barrieren für Frauen, sondern vielmehr die Protagonistinnen selbst. Sie sind gut gebildete, ehrgeizige, leistungsbereite und unabhängige junge Frauen, die beruflich nach oben wollen, womöglich auch mit Familie, aber zuerst jedenfalls nach oben. Daher entsteht teilweise der Eindruck eines „weichgespülte[n] Spartenfeminismus, der unter Gerechtigkeit den Zugang einiger weniger zu den Eliten der Republik versteht und daher auch bloß jene betreffen muss, denen genau dies zuzutrauen ist.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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