Ausgabe August 2008

Magd des Marktes

Das Elterngeld und die neue Familienpolitik

Seit einiger Zeit wird in der Bundesrepublik eine lebhafte Diskussion über einen „neuen Feminismus“ geführt, in dessen Mittelpunkt die „Alphamädchen“ und die „neuen deutschen Mädchen“ stehen. Diesen „Alphamädchen“ selbst kommt dabei sicherlich das Verdienst zu, die Frage der Geschlechtergerechtigkeit wieder stärker in den Fokus einer Gesellschaft gebracht zu haben, die sich jüngst immer öfter weigert, eine Benachteiligung von Frauen – und zumal eine systematische – überhaupt erkennen zu wollen.

Dennoch hat die aktuelle Debatte auch eine Kehrseite. Denn Gegenstand der Aufmerksamkeit sind weniger die – bereits vom „alten Feminismus“ thematisierten – strukturellen, sozialen Barrieren für Frauen, sondern vielmehr die Protagonistinnen selbst. Sie sind gut gebildete, ehrgeizige, leistungsbereite und unabhängige junge Frauen, die beruflich nach oben wollen, womöglich auch mit Familie, aber zuerst jedenfalls nach oben. Daher entsteht teilweise der Eindruck eines „weichgespülte[n] Spartenfeminismus, der unter Gerechtigkeit den Zugang einiger weniger zu den Eliten der Republik versteht und daher auch bloß jene betreffen muss, denen genau dies zuzutrauen ist.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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