Ausgabe April 2009

Kurzgefasst

Hans-Peter Waldrich: Tatort Schule

Nach Meißen, Erfurt und Emsdetten konfrontiert der Amoklauf eines 17jährigen Jugendlichen im baden-württembergischen Winnenden die schockierte Öffentlichkeit erneut mit der Frage, wo die Ursachen solcher Taten liegen. In seiner Analyse der Kontextbedingungen und Tatmotive deutet der Publizist und Pädagoge Hans-Peter Waldrich Schulamokläufe als ein primär gesellschaftliches Phänomen. Als Wurzeln derartiger Gewaltexzesse diagnostiziert er, neben soziokulturellen und innerfamilialen Problemen, insbesondere den Zustand der von Konkurrenz und Vereinzelung beherrschten Schulen.

Andreas Buro und Martin Singe: Expansion und Eskalation: 60 Jahre NATO

Anfang April feiert die NATO den 60. Jahrestag ihrer Gründung. Der Selbstinszenierung des Militärbündnisses während der kommenden Jubelfeierlichkeiten stellen Andreas Buro und Martin Singe, beide langjährige Aktivisten der bundesdeutschen Friedensbewegung, eine alternative, friedenspolitische Sicht auf die Geschichte und Gegenwart der NATO entgegen. Ihre These: Die NATO war nie ein bloßes Verteidigungsbündnis, sondern immer auch und gerade ein Instrument kapitalistischer Expansion.

Eric Chauvistré: Verdrängte Kriege.

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Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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