Ausgabe Oktober 2009

Türkisch-Kurdistan: Offensive für den Frieden?

Am 12. Mai erklärte der türkische Staatspräsident, Abdullah Gül: „Die Kurdenfrage ist das größte Problem der Türkei. Ob man es Terrorproblem, südostanatolisches Problem oder Kurdenproblem nennt – es ist die wichtigste Frage der Türkei, und sie muss gelöst werden.“ Gül und Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan erklärten ferner gemeinsam, in diesem Jahre gäbe es eine Chance für einen Durchbruch im Kurden-Konflikt. In der Folge begann eine breite mediale Diskussion, in der auch Vorschläge diskutiert werden, die in der türkischen Öffentlichkeit bislang tabu waren.

Auch der Vorsitzende der kurdischen Arbeiterpartei PKK, der auf der Insel Imrali gefangene Abdullah Öcalan, hatte für den 15. August, den 25. Jahrestag des ersten bewaffneten Angriffs der kurdischen Guerilla, eine Roadmap für die friedliche und demokratische Lösung der Kurdenfrage angekündigt. Dieser Termin verstrich jedoch – das Boot, das Öcalans Rechtsanwälte zur Insel bringen sollte, erlitt einen „Motorschaden“, woraufhin die Anwälte ihren Mandanten nicht aufsuchen konnten. Schließlich musste Öcalan sein Skriptum den türkischen Behörden übergeben, so dass die Öffentlichkeit bis heute nichts über seine Vorschläge erfahren hat.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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