Ausgabe August 2010

Neoleninismus in der Postdemokratie

Die letzte Woche des Juni 2010 war in Deutschland durch zwei politische Ereignisse gekennzeichnet, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. So tagte am letzten Wochenende in der Berliner Volksbühne der Kongress „Die Idee des Kommunismus“ unter Beteiligung so prominenter linker Theoretiker wie Alain Badiou, Slavoj Žižek und Toni Negri, während drei Tage später – ebenfalls in Berlin – die Wahl zwischen den Präsidentschaftskandidaten Joachim Gauck und Christian Wulff entschieden wurde.

Die Stimmung vor der Wahl zwischen Gauck und Wulff schien genau das auszudrücken, was auch die Politikwissenschaft neuerdings feststellt – Verdruss über den politischen Betrieb, der sich von der Demokratie zur „Postdemokratie“ hin zu verschieben scheint und die Sehnsucht nach einer „echten“ kollektiven Willensbildung.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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