Ausgabe November 2010

Zapateros Horrorkatalog

Jose Luís Rodriguez Zapatero, Spaniens krisengebeutelter Ministerpräsident, ist in diesen Wochen und Monaten wahrlich nicht zu beneiden. Nachdem Spanien aus seinem kurzen Traum immerwährender Prosperität schmerzhaft erwacht ist, herrscht eine kollektive Depression im Lande, an der auch die vorübergehende Freude über den Gewinn der Fußballweltmeisterschaft kaum etwas geändert hat. Rund vier Millionen Arbeitslose (mit knapp 20 Prozent die höchste Arbeitslosigkeit in Europa), ein Haushaltsdefizit von 11,2 Prozent im Jahr 2009, dazu ein chronisches Außenhandelsdefizit und eine Vielzahl ungelöster struktureller Probleme – die gesamtwirtschaftliche Lage der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-zone könnte sich im Herbst 2010 kaum schlechter darstellen.

Während die Banken weiterhin kreditfinanzierte Häuser und Wohnungen pfänden und eine wachsende Zahl von hoch verschuldeten Spaniern nach dem Auslaufen der zeitlich befristeten Fürsorgeleistungen ohne jegliches Einkommen dasteht, ist laut den Prognosen des Internationalen Währungsfonds und der OECD auch in den nächsten Jahren nicht mit einer nachhaltigen wirtschaftlichen Erholung und einem deutlichen Abbau der Arbeitslosigkeit zu rechnen.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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