Ausgabe November 2011

Keine Bewegung ohne Wurzeln

Was der amerikanischen Linken fehlt

Auch wenn es seit jüngstem zu heftigen Demonstrationen unter dem Motto „Occupy Wall Street“ kommt und zu Anfang des Jahres kraftvolle Abwahlkampagnen gegen rechte Senatoren Wisconsin in Unruhe versetzten: Bislang haben es weder Gewerkschafter noch andere Kritiker von Unternehmermacht und staatlicher Sparpolitik geschafft, eine ernst zu nehmende Bewegung gegen jene Politik zu mobilisieren, die die Vereinigten Staaten in die Rezession getrieben hat. Im Gegenteil, manchmal sollte man gerade dann aufmerksam werden, wenn bestimmte Veränderungen ausbleiben. Zumal in dieser Lage: Amerikas wirtschaftliche Misere hält an, die Arbeitslosigkeit stagniert und die Hausverkäufe stagnieren oder gehen zurück. Die Kluft zwischen den reichsten Amerikanern und den restlichen Bürgerinnen und Bürgern ist tiefer denn je seit den 20er Jahren. Doch anstatt dass linke Kräfte das Ruder herumreißen, hat die Rebellion der Tea Party – angeführt von Veteranen der (neo-)konservativen Bewegung und finanziert durch Milliardäre – Politiker der Demokraten wie auch der Republikaner genötigt, die Bundesausgaben zusammenzustreichen. Gleichzeitig haben sie Vorstöße zunichte gemacht, die Reichen zu besteuern und Banker für ihre Verfehlungen zur Rechenschaft zu ziehen. Eine der Folgen ist, dass Barack Obama immer weniger einem zweiten Franklin D.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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