Ausgabe November 2014

Demokratie – eine unendliche Geschichte

Kein historischer Gegenstand kann umfangreicher sein als eine Weltgeschichte. Deshalb muss man sie zeitlich einschränken und womöglich auch thematisch. Genau dies unternimmt Stefan Bajohr in seiner „Kleinen Weltgeschichte des demokratischen Zeitalters“.

„Demokratisch“ wird hier primär im modernen Sinne verstanden. Zeitlich konzentriert sich Bajohrs Werk daher auf die Zeit von der Englischen Revolution und dem Englischen Bürgerkrieg im 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Am Anfang seiner Darstellung fehlt aber nicht ein genauerer Blick auf die attische Demokratie und die Römische Republik, auf die italienischen Stadtrepubliken des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, auf den Humanismus des 15. und 16. Jahrhunderts und auf die Entfaltung der Niederlande. Auch die Leistungen der Aufklärung werden skizziert. Es folgt die Darstellung der westlichen Revolutionen bis 1849, also des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, der Französischen Revolution und der Revolutionen von 1830 und 1848/49, immer eingebettet in eine Beschreibung der nationalen, mentalen, sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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